Kleines Lexikon für Anfänger

Autorenlexikon
Friedrich Schiller

 

 

Infodump; Show, don’t tell; Genre-Fiction und Co. Die vielseitigen Begriffe, die dem Anfänger begegnen, können verwirrend sein.

 

Um Dir die gängigsten Bezeichnungen näher zu bringen, habe ich dieses kleine Lexikon einschließlich ein bisschen Besserwisserei erstellt. Zu den einzelnen Rollen für die Charaktere, z. B., Protagonist, Antiheld, Beziehungsfigur usw. wird es einen gesonderten Beitrag geben.

A

Antagonist = Gegenspieler des Protagonisten
Antiheld = Schwach, feige, unentschlossen, unsympathisch, opportun – wird oft fälschlicherweise als Antagonist eingestuft, (ein typischer Antiheld ist z. B. der stellvertretende Polizeichef Burns in The Fall – Tod in Belfast)
Archetyp(isch) = Urform/Original, stellt also typische Verhaltensweisen dar
Audience
= Aus dem Englischen: Zielgruppe, Publikum, Zuhörer/Zuschauer
Auktorial = Erzähler-Perspektive (3. Person), manchmal auch Vogel-Perspektive genannt

B

Bedürfnis (Need) = Ein Muss für den Charakter (s. auch Maslowsche Bedürfnis-Hierarchie) – ist essentiell für Konflikte
Beziehungsfigur = Hat nicht unbedingt etwas mit einer sexuellen Beziehung zu tun, sondern steht in engem Verhältnis zu einem Charakter, manchmal auch Sidekick genannt
Blockade = Meistens ist zwar die Schreibblockade gemeint; bezieht sich aber auch auf eine allgemeine Situation, (Dazu wird es einen eigenen Beitrag geben)

C

Charakter = Figur, Person in einer Geschichte
Cliché = Einem Charakter/Umstand einen Stempel aufdrücken, z. B.: alle Franzosen trinken Rotwein, alle Blondinen sind blöde …
Cliffhanger = Mit einem spannenden Moment eine Szene/ein Kapitel beenden

D

Deus ex machina = Eine zufällige/erzwungene Lösung des Konfliktes
Drama
= Kategorie im Literarischen Genre (z. B. Gesellschafts-Roman)

Draft = Aus dem Englischen: Entwurf/Konzept
Drabble
= Kurzgeschichte bestehen aus genau 100 Wörtern
Dritte Person = Personale oder auktoriale Erzähler-Perspektive (er/sie)

E

Epilog = Abschließendes Nachwort des Verfassers/Autors 
Erste Person
= Erzählt wird aus der Ich-Perspektive (die Figur sollte stets die wichtigste bzw. tragende Rolle übernehmen, für den Hauptcharakter – sollte er nicht der Protagonist sein – ein Muss)
Erzähler-Perspektive = Manchmal auch Erzählerstimme genannt – Wahl, aus wessen Sicht die Geschichte erzählt wird

Erzählstimme = Ausdrucks- und Denkweise des Charakters

G

Gary Stu = männliches Gegenstück zur Mary Sue (s. Mary Sue)
Gegenspieler = Gegner (auch manchmal Schurke) des Hauptcharakters
Genre = Kategorie, z. B.: Romanze, Krimi, Thriller, Action

H

Handlung = Oft als Plot oder Aktion bezeichnet
Handlungsstrang = Ebene/Zeit/Ort in einem Roman – meistens mehrere Stränge
Hauptcharakter = Oft der Protagonist, je nach Inhalt und Aufgabe auch getrennte Rollen (s. Beitrag)

I

Impact-Charakter = beeinflusst den Hauptcharakter (positiv sowie negativ)
Infodump = zu viel und/oder überflüssige Beschreibungen
Indie-Autor = Independence Author (aus dem Englischen), ein in allen Belangen vom Schreiben bis zum Veröffentlichen unabhängiger Autor
In medias res = aus dem Lateinischen: Mitten in die Dinge, heißt beim Schreiben also, gleich zum Punkt (zum Geschehen/Ereignis) kommen

K

Kategorie = auch Sparte oder Genre genannt
Konflikt = Bedürfnisse/Wünsche stehen der Erfüllung gegenüber
Korrektorat = Überprüfung u. a. Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung
Kurzgeschichte = Besteht vorwiegend aus einem Handlungsstrang und aus wenigen Charakteren – meistens nur zwei; wichtigstes Merkmal: kann durchaus ein offenes Ende haben
Kreativ-Dramatisches Schreiben = Genre-Fiction (s. Genre)
Kursus (auch – obwohl unkorrekt – als Kurs bezeichnet) = Lehrgang/Seminar für’s Schreiben, Bloggen u. a.

L 

Lektorat = Überprüfung u. a. des gesamten Inhaltes (Fakten, Struktur, Handlung, Plagiatsprüfung …)
Literarisches Schreiben = Hierzu gehören z. B. das Drama und die Tragödie

M

Mary Sue = Aalglatter Charakter ohne Fehl und Tadel, der obendrein noch super aussieht und alles kann (einschließlich jeden noch so starken Gegner besiegen)
Metapher = etwas bildlich darstellen (nicht zu verwechseln mit Vergleich)
Monolog – äußerer = Selbstgespräch

Monolog – innerer = Gedanken

N

Nebencharakter = Sollte immer eine unterstützende Rolle in der Geschichte spielen – eine gute Möglichkeit, Dinge, z. B. das Setting plastischer darzustellen
Novelle
Kurzroman – besteht meistens nur aus wenigen Charakteren und einem Handlungsstrang; die Wortzahl bewegt sich zwischen 20.000 (Novelette) und 40.000
Normseite = Wird nach festgelegten Zeichen berechnet (sämtliche Anschläge) – hat mit dem Schreiben erstmal nichts zu tun, wird allerdings bei Einreichung eines Manuskriptes relevant

P

Plot = aus dem Englischen: Handlungsschema – Handlung einer Geschichte
(to) plot = die Handlung der Geschichte vorab planen (bitte verwendet in diesem Zusammenhang nicht das eingedeutschte plotten, das hat mit dem Kreativen Schreiben nichts zu tun)
POV
= aus dem Englischen: Point of View – Erzählerperspektive
Protagonist = Figur, die die Geschichte vorantreibt, oft auch der Hauptcharakter
Prolog = Vorwort/Einleitung bei einem Theaterstück (z. B. Dinner for one) oder in schriftstellerischen Werken – in Romanen oft als Krücke für blanke Beschreibungen oder Rückblende missbraucht

R

Redundanz = Überfluss (z. B. bei Beschreibungen zu viele Adjektive) oder häufige Wiederholungen
Roman = Hauptmerkmale sind u. a. eine bestimmte Länge (ca. 70.000 bis 90.000 Wörter) sowie evt. zwei oder mehrere Handlungsstränge

Rückblende = Auch Flashback genannt – Erinnerungen der Charaktere

S

Schneeflocken-Methode = Eine von Randy Ingermanson (The Snowflake Guy) entwickelte Methode, eine Geschichte von Grund aufzubauen
Setting = Umgebung (wo) und Zeit (wann) die Geschichte spielt
Szene = Aktive Handlungen der Charaktere – auch on stage genannt
Sequel = Gedanken sowie Darstellung der Gefühle der Charaktere – auch off stage genannt
Struktur = auch Szene-Sequel-Struktur genannt
Subgenre = Unterkategorie, z. B. beim Krimi (der Privatdetektiv) oder beim Thema Weltanschauung (Reife)

V

Vierte Wand, die = die vierte Wand durchbrechen ist ein Begriff des Theaters, das heißt, der Akteur wendet sich dem Publikum zu (das ist die „unsichtbare“ vierte Wand) und spricht es direkt an.

Z

Zeigen, nicht erzählen = Dem Leser bildlich Handlungen und Gedanken vermitteln, (Dazu wird es einen eigenen Beitrag geben)
Ziel = Auch Wunsch oder Bedürfnis der Charaktere
Zielgruppe = Leser, die Deine Kategorien bevorzugt lesen

 

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Was hältst Du von meiner kleinen Aufzählung? Vermisst Du etwas? Du kannst gerne einen Kommentar hinterlassen.

 

Bild: Zitat von Friedrich Schiller (aufgeschnappt im Central Park, Manhattan)

Ines Pischel

Ines schreibt unter anderem Krimis, Romanzen und Kurzgeschichten. In ihrem neuen Blog gibt sie (nicht nur) Schreibanfängern praktische und sofort anwendbare Tipps.

38 Gedanken zu „Kleines Lexikon für Anfänger

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