Worauf wir beim Setting achten sollten

 

 

Das Setting beinhaltet nicht nur unsere Charaktere und deren Umfeld, sondern auch Ort und Zeit sowie das Thema und die Handlung der Geschichte.

Also wichtig? Absolut!

Arbeiten wir gemeinsam ein paar Punkte ab:

  • Wo befindet sich unser Charakter?
    Wie wohnt er? (Haus/Wohnung/Studentenbude/Wohngemeinschaft/alleine …)
    Ist er (am Beginn unserer Geschichte) erst auf dem Weg zu seinem Ziel. Ist es geplant oder ungeplant/überraschend?
  • In welchem Land/in welcher Stadt … befinden wir uns?
    Was ist dort typisch? Gibt es Wetterkapriolen; öfter Erdbeben; Überbevölkerung oder eher unbewohnte Gegenden?
  • Wann spielt meine Geschichte? (Zeitraum, Jahr, Monat …)
  • Setting für das Thema und die Handlung: Hintergründe (Politik; Umwelt allgemein; Umweltkatastrophen; persönliches Dilemma …)

Das Setting trägt (wie unsere Charaktere) die Handlung und liefert auch eine Grundlage für größere und kleinere Konflikte. Es sollte sich auf den Charakter auswirken, ihn verändern. Wie bzw. wodurch wäre das möglich?

  • Eine neue Umgebung (wohnte jemand bisher in einer eher ruhigen/ländlichen Gegend und zieht in eine Großstadt – wie kommt er damit zurecht)
  • Neue Nachbarn oder Freunde (Freunde dürften das kleinere Problem sein, die sucht man sich aus, aber Nachbarn? – Denen kann Dein Charakter nicht immer ausweichen, wie reagiert er und/oder seine Familie?)
  • Neue Kollegen (hat jemand bisher nur mit Frauen bzw. Männern zusammen gearbeitet und stößt nun auf das Gegenteil oder ein gemischtes Kollektiv – wie wirkt sich das auf ihn aus)
  • Neue Aufgaben/Herausforderungen (war Dein Charakter an Anweisungen gewöhnt und muss nun mehr oder weniger selbstständig arbeiten/handeln – wie kommt er mit dieser Umstellung klar)

Jede Änderung des Setting, zum Beispiel durch Umzug, bringt zwangsläufig die eine oder andere Umstellung mit sich, erst recht, wenn ein Umzug eher ein Zwang als freiwillig ist. Erleben wir ja oft bei Jobwechsel oder durch ein Direktstudium.  Das gibt genügend Stoff für Konflikte.

 

Aber beachte:

  • Glaubwürdigkeit ist der Schlüssel, das heißt, kenne nicht nur Deine Charaktere, sondern auch deren Umgebung.
  • Ignoriere nie die Fakten und recherchiere.
  • Der Leser hat Erwartungen – erfülle sie. Ein Western in einer Winterlandschaft wird wenig Befürworter haben (obwohl es sicherlich Ausnahmen gibt). Defoes Robinson Crusoe in einer felsigen Umgebung? Undenkbar, Robby wäre wahrscheinlich verhungert und/oder verdurstet.

 

Was aber, wenn ich mein eigenes Setting möchte, zum Beispiel für Fantasy oder Dystopie?

Dann darfst Du auch mal spinnen – logisch. Mache es dem Leser klar, zum Beispiel bereits im Exposé oder aufgrund einer eindeutig gewählten Kategorie. Es gibt tatsächlich Leser, die nach „Deinen“ Städten oder Landschaften suchen, und werfen Dir vielleicht mangelnde Recherche vor.

 

Tipp:

Lege Dir einen Ordner an – wenn möglich gleich mehrere – mit einer Ideensammlung und den dazugehörigen Ergebnissen der Recherchen. Ob Du es (jetzt) brauchst oder nicht – wirf nichts weg. Das erspart später viel Arbeit.

 

 

Was ist Dein bevorzugtes Setting? Erzähle mal.

 

Bild: Indianerdorf der Wampanoag (Plymouth, Boston)

Ines Pischel

Ines schreibt unter anderem Krimis, Romanzen und Kurzgeschichten. In ihrem neuen Blog gibt sie (nicht nur) Schreibanfängern praktische und sofort anwendbare Tipps.

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