Viele Ideen machen noch keinen Roman – Häufig begangene Fehler

Idee

 

Aller Anfang ist schwer, wer hat nicht schon diese Erfahrung gemacht?

Aber was sind denn nun diese häufig auftretenden und typischen Anfängerfehler? Was unterscheidet den Amateur vom Profi? Zu jedem Thema wird es ausführliche Beiträge auf meiner Seite mit entsprechenden Beispielen geben.

Um Dir Zeit zu sparen, habe ich Beiträge zu spezifischen Themen mit einem Link versehen, sodass Du sofort zum entsprechenden Post springen kannst.

Hier findest Du erstmal eine Zusammenfassung der gröbsten Missgriffe.

 

Deine Charaktere sind nicht gut ausgebaut, d. h., sie sind nicht oder ungenügend dreidimensional dargestellt

Du hast Deine Figuren im Kopf, vielleicht sogar Zeichnungen oder Bilder. Das ist schon mal hilfreich, aber vom Bild zum geschriebenen Wort ist es weit. Wie gestalten wir die Charaktere so, dass sie leben und atmen, und nicht einfach sind?

Die beste Möglichkeit ist, ihnen eine ausführliche Biographie zu geben. Dies hat zwei Vorteile:

  • Du lernst Deine Figuren selber gut kennen
  • Du wirst weniger Probleme haben, sie von anderen zu unterscheiden

 

Dein Setting ist schlecht gewählt

Um das sogenannte Setting, das heißt, Umgebung und Zeit, in denen Deine Geschichten spielen, solltest Du Dir frühzeitig Gedanken machen:

  • Bekommst Du ausreichend Infomaterial (oder weißt Du bereits alles)?
  • Passt Deine Umgebung überhaupt zum Inhalt Deiner Geschichte?

 

Setting und die fünf Sinne

Das Setting und die fünf Sinne (Deiner Figuren) werden oft getrennt betrachtet oder beschrieben, dabei hängen sie aber immer zusammen. Stelle Dir auch hier Fragen wie:

  • Fühlt sich der Charakter in seiner – vielleicht neuen – Umgebung wohl? 
  • Hasst er seinen Job, muss ihn aber machen (wovon soll er sonst leben)?
  • Muss er (aus nachvollziehbaren!) Gründen seinen Lebensstil ändern oder zumindest anpassen?

Du kannst hier nicht nur Deine Figuren und das Setting gut verbinden, es birgt auch eine Fülle Konfliktmaterial.

 

Infodump

Anfänger neigen dazu, ihren Lesern gleich zu Beginn eine Fülle Informationen zu Charakteren und Umgebung zu liefern, aber auch gern mal zwischendurch. Um diesen langweiligen Infodump zu vermeiden, überlege:

  • Was gebe ich dem Leser für Informationen mit? Muss er gleich zu Beginn alles erfahren?
  • Wie webe ich notwendige Infos geschickt in die Handlungen ein? 
Konflikte

Konflikte sind wie das Salz in der Suppe, das bedeutet: keine Konflikte = keine Geschichte. Einfacher gesagt als getan. Wie kannst Du also Deinen Figuren das Leben schwermachen?

  • Unterscheide zunächst reelle Konflikte von „an den Haaren herbeigezogene“.
  • Denke an Deine eigenen Zwistigkeiten, wenn mal was nicht so läuft, wie Du es gern hättest. Genau so geht es Deinen Figuren (oder sollte es).
  • Sammle im Vorfeld schon Ideen, die Du später einbringen kannst.

Diesem Punkt kann man nie genug Aufmerksamkeit widmen. In meinem Beitrag Konflikte lernst Du zahlreiche Möglichkeiten und deren Umsetzung kennen.

 

Dialog

Blablabla? Blablaba! … Oh, Mann. Wie oft liest man Dialoge, die nicht realistisch sind, und ich meine, realistisch in dem Sinne, wie nie ein Mensch sprechen würde. Dialoge in Romanen werden erfunden, das heißt, ich lege meinen Figuren die Worte/Sätze in den Mund. Du wirst lernen:

  • Wie man einen straffen Dialog schreibt.
  • Wie Du Wiederholungen vermeidest.
  • Wie Du durch die Wortwahl Deine Figuren gleichzeitig charakterisierst.

Das Wichtigste aber gleich vorweg. Verwende nie: Lachen, fortfahren, erwidern, meinen, erklären … als Dialog-Attribut. Weshalb, erfährst Du im Beitrag.

 

Show, don’t  tell

Wenn Du Dich bereits mit dem Schreiben befasst hast, wirst Du sicherlich nicht nur einmal auf diesen Rat gestoßen sein. Dieses sogenannte zeige, erzähle nicht ist leichter gesagt als getan.

  • Wie zeige ich, was der Charakter (gerade) fühlt?
  • Wie bringe ich den Leser ein, das heißt, wie lasse ich ihn das gleiche fühlen, sehen oder gar schmecken?

In meinem Beitrag zur Körpersprache findest Du ausführliche Möglichkeiten mit entsprechenden Beispielen.

 

Die Erzählstimme

Nicht verwechseln mit der Erzählerstimme! Die bezieht sich auf die Erzählerperspektive. Im Beitrag Jeder Charakter erhält seine eigene Stimme findest Du Beispiele, was Du den Charakteren mitgibst.

  • Wie erreichst Du, dass die Figuren nicht alle gleich sprechen?
  • Sind Jargon, Slang, Dialekte und Co. ratsam?
  • Achtest Du auf logische Übereinstimmungen, wie sich Deine Charaktere ausdrücken, zum Beispiel bei bestimmten Berufen/Ausbildungen?

Die Charaktere verschieden sprechen zu lassen wird oft vernachlässigt oder – schlimmstenfalls – übertrieben; ein bedauerlicherweise verschenktes Potential. Zur Erzählstimme findest Du auch Beispiele beim Thema Dialog.

 

Motivation

Hier ist nicht die Motivation des Schreibers gemeint (die sollte selbstverständlich sein), sondern die Deiner Charaktere: Flucht, Abenteuer, Vergeltung und Co. Leser nehmen schnell übel, wenn Beweggründe nicht nachvollziehbar sind.

  • Was treibt den Charakter an?
  • Sind Wünsche und Ziele Deiner Figuren logisch nachvollziehbar?

Auch hier solltest Du im Vorfeld Ideen sammeln. Sieh Dich um, horche in Dich hinein. Was sind Deine Ziele/Wünsche oder die Deiner Familie, Deiner Freunde? 

 

Die Blockade

Ich habe bewusst den allgemeinen Begriff Blockade gewählt, gemeint ist hier selbstverständlich die gefürchtete Schreibblockade. Wie entsteht sie aber? Wieso hängt beides zusammen? Ganz einfach: Blockaden sitzen manchmal tiefer, sie beziehen sich nicht nur auf’s Schreiben, sondern auf Dein gesamtes Ich. Kommt Dir das bekannt vor? Dazu aber mehr im Beitrag. Vorerst die häufigsten Ursachen so einer bösen, bösen Schreibblockade:

  • Eine schlechte/ungenügende Vorbereitung.
  • Nicht genug Ideen gesammelt, die für eine längere Geschichte reichen.
  • Ideen nicht durchdacht (kann ich sie überhaupt umsetzen?).
  • Viele zuvor genannte Anfängerfehler sind noch nicht aus dem Weg geräumt.

Ursachen gibt es zur Genüge und jeder Schreiber/Autor hat seine eigenen kleinen Dämonen, die ihm ins kreative Gehirn picken.

 

Recherchen

Ebenfalls eine – manchmal – wenig ernstgenommene Notwendigkeit. Wenn Du Dich auf einem bestimmten Gebiet auskennst, hast Du einen unschätzbaren Vorteil, aber wenn nicht? Tja, da hilft nur knallharte Recherche. Überlege Dir also vorher:

  • Wo finde ich die richtigen Informationen?
  • Welche Quellen, zum Beispiel für historische Romane, sind zuverlässig?
  • Wer kennt sich bei bestimmten Krankheiten oder Berufen aus?
  • Wo oder auf welcher Seite finde ich die korrekt anzuwendenden Begriffe?

Ich kann jedem nur ans Herz legen: Macht Eure Hausaufgaben. Verärgert den Leser nicht, indem Ihr Mist schreibt. Dem einen fällt etwas auf (weil er sich darin auskennt), was vielleicht Hundert andere nicht merken, aber genau diese eine harsche Kritik zu erhalten, nur weil Du ungenügend recherchiert hast, solltest Du vermeiden.

 

Kommt Dir das eine oder andere bekannt vor? Was ist für Dich das Schwierigste beim Schreiben? 

Ines Pischel

Ines schreibt unter anderem Krimis, Romanzen und Kurzgeschichten. In ihrem neuen Blog gibt sie (nicht nur) Schreibanfängern praktische und sofort anwendbare Tipps.

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