Ohne Konflikte haben wir keine Geschichte

konflikt

 

Konflikte sind das Salz in der (Roman)Suppe.

„Alarm! Alarm!“

„Oh, was ist los?“

„Wir haben Ärger.“

 

Auch hier: Wenn Du Dich doch schon länger mit dem Schreiben befasst, wirst Du immer wieder auf diesen Hinweis stoßen.

 

Was also verstehen wir unter dem Begriff Konflikt? Es ist eine Sammlung u. a. von Ärger und/oder Unzulänglichkeiten bis hin zum Desaster, die unserem Protagonisten widerfahren und durch die er durchmuss – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Charaktere müssen sich entscheiden und daraus wachsen/sich entwickeln. Es ist ein aktives Geben und Nehmen.

 

Hier kurz zwei Beispiele (mehr dazu in einem gesonderten Beitrag):

  • Dein Charakter führt ein beschauliches Leben und plötzlich Bam! Er wird entlassen. Seine Existenzgrundlage wird ihm entzogen. Was tut er? Sucht er sich umgehend einen neuen Job und kriegt ihn? Sorry, dann haben wir keinen ernsthaften Konflikt, höchstens ein kurzfristiges Dilemma. Was aber, wenn es mit einem neuen Job nicht gleich klappt und die Schulden sich häufen? Was, wenn er gezwungen ist, in eine andere Stadt zu ziehen, weil es nur dort gutbezahlte Jobs in seiner Qualifikation gibt? Hat er Familie? Kinder, die vielleicht die Schule wechseln müssten? Wie er sich auch entscheidet, er wird Einschnitte machen müssen.
  • Ein Pärchen hat unterschiedliche Wünsche. Ist ja zunächst nichts Außergewöhnliches. Einigt sich das Paar: Eins nach dem anderen, haben wir auch hier keinen Konflikt. Was aber, wenn beide uneinsichtig sind – der eine will ein neues Auto, der andere in den längst überfälligen Urlaub? Das Geld reicht nur für eins von beiden. Was werden sie tun? Sich streiten, sich gar trennen? Einigen sie sich am Ende (Auflösung des Konfliktes) und entschließen sich für ein kleineres Auto und einen Kurzurlaub?

 

Was könnte noch einen Konflikt auslösen?
  • Widerspruch/Gegenansicht/verschiedene Meinung(en)
  • Unerwartete (Ver-)Änderungen
  • Steine im Weg (durch den Antagonisten)
  • Krisen sowie deren Steigerung
  • Unterschiedliche Temperamente (evt. Glauben/Religionen)
  • Unterschiedliche Ziele/Wünsche/Vorlieben/Abneigungen
  • Gegenteilige Strategien zur Problemlösung
  • Verschiedene Gewohnheiten/Hobbies (nicht nur in der Familie – heute gibt es viele WGs)

 

Innerer Konflikt – Wenn sich Werte und Motive widersprechen
  • Dein Charakter muss/müsste jemanden verletzen, um sich selber oder einen dritten zu schützen (er kennt ein gefährliches Geheimnis).
  • Dein Charakter muss/sollte jemanden anzeigen, der etwas Unmoralisches, Unethisches oder gar Illegales tut/plant.
  • Dein Charakter möchte jemandem (oft einem Familienmitglied oder einem guten Freund) helfen, obwohl ihm dessen Tun/Handeln/Verhalten widerstrebt.

 

Zwinge Deinen Charakter, Entscheidungen zu treffen. Lass ihn das – seiner Meinung nach – kleinere Übel wählen, das macht es bei Fehlentscheidungen umso schlimmer. Bringe ihn an sein Limit, indem Du ihm – vorerst – alle Möglichkeiten nimmst, dem Dilemma zu entkommen bzw. den Gegner zu schnell auszuschalten.

Später … gib ihm eine überraschende dritte Möglichkeit.

 

Wie gehst Du mit dem Suchen und Finden von Konflikten in Deinen Geschichten um?

 

Bild: Straßenschild (Los Angeles, CA)

Ines Pischel

Ines schreibt unter anderem Krimis, Romanzen und Kurzgeschichten. In ihrem neuen Blog gibt sie (nicht nur) Schreibanfängern praktische und sofort anwendbare Tipps.

2 Gedanken zu „Ohne Konflikte haben wir keine Geschichte

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