Ohne Kategorie bietest Du dem Leser nur Eintopf

verschiedene kategorien

 

Wenn wir von Kategorien sprechen, meinen wir damit: Inhalt. Was heißt das? Um eine Kategorie festzulegen, muss dem Autor klarsein, worum es in der Geschichte geht.

Aber nicht nur das. Die Wahl der Kategorie sagt auch etwas über den jeweiligen Stil aus. Ist es z. B. eine Komödie oder hat die Geschichte gar einen realistischen Hintergrund?

Wir sollten immer darauf achten, Hauptkategorien und Unterkategorien passend zusammenzufügen.

Hier ist eine kleine Liste der am meisten vorkommenden und bekanntesten Kategorien einschließlich einiger dazugehörigen Unterkategorien:

 

Action

  • Abenteuer
  • Duell
  • Auf Zeit

Horror

  • Übernatürlich
  • Monster
  • Unheimlich

Krimi

  • Verbrechen
  • Spionage
  • Im/vor Gericht

Liebesgeschichte

  • Ehe
  • Beginn/Bekanntschaft
  • Besessenheit

Gesellschaft

  • Historisch
  • Frauenschicksal
  • Lebensgeschichte

Weltanschauung

  • Bildung
  • Reife
  • Erkenntnis

Moral

  • Wiedergutmachung
  • Erfolg
  • Aufgabe

Thriller

  • Politisch
  • Militär
  • Bedrängnis

Western

  • Klassisch
  • Rache
  • Der professionelle Killer

 

Die Aufstellung mag auf den ersten Blick etwas verwirrend aussehen, da wir vieles gar nicht so einteilen würden. Das liegt zum Teil daran, dass es durchaus möglich ist (und auch oft genutzt wird), Kategorien zu mischen. Warum auch nicht? Gerade im Krimi/Thriller Metier oder Gesellschaft/Weltanschauung/Moral Metier sind Kreuzungen üblich.

Womit hängt das zusammen?

Die Hauptkategorie bezieht sich auf ein Ereignis, das dem Charakter/Protagonist von außen widerfährt. Die Unterkategorie nutzt Du, um zu zeigen, was der Charakter tun muss bzw. tut, um mit diesem – meist plötzlich eintretenden – Ereignis/Erlebnis fertig zu werden.

 

Einige Beispiele zum Veranschaulichen

 

Hauptkategorien: Action/Thriller 

Ereignis von außen: Eine Entführung findet statt und es wird Lösegeld oder eine andere Handlung gefordert.

Unterkategorien: Auf Zeit/Bedrängnis

Die Uhr tickt, Deinem Charakter wurde ein Zeitlimit gesetzt, und es ist sein Kampf, um alle Beteiligten heil rauszubringen.

 

Hauptkategorie: Liebesgeschichte

Ereignis von außen: Eine Frau trennt sich von ihrem Mann und lässt auch noch zwei kleine Kinder zurück.

Unterkategorie: Ehe

Der Ehemann – bisher ganztags im Job eingebunden – will nicht nur seine Frau zurückgewinnen, sondern muss sich von heute auf morgen um die Kinder kümmern.

 

Hauptkategorie: Weltanschauung

Ereignis von außen: Ein junger Mann – aufgrund seines sozialen Status bisher verwöhnt und eher oberflächlich – verliebt sich.

Unterkategorien: Reife/Erkenntnis

A) Seine Familie lehnt die junge Frau ab (eine Steigerung erreichen wir, wenn es ein junger Mann wäre). Das bedeutet, er muss um seine Liebe kämpfen, was ihn gleichzeitig reifen lässt.
B) Seine neue Liebe kann es sich nicht leisten, locker durch’s Leben zu watscheln und bringt dadurch den jungen Mann zum Nachdenken.

 

Fazit:

Auch wenn Mischungen und Kombinationen jederzeit möglich (und auch üblich) sind, bedenke: Der Leser wählt immer zunächst die Hauptkategorie und hat berechtigterweise gewisse Erwartungen. Passt die Unterkategorie nicht, (ent)täuschst Du den Leser.

 

Wie gehst Du mit den Kategorien um? Achtest Du auf eine gesunde, nachvollziehbare Einordnung oder schmeißt Du alles in einen Topf?

 

Bild: Ehemalige Küche im Gefängnis auf Alcatraz (SF/CA)

 

 

Ines Pischel

Ines schreibt unter anderem Krimis, Romanzen und Kurzgeschichten. In ihrem neuen Blog gibt sie (nicht nur) Schreibanfängern praktische und sofort anwendbare Tipps.

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