Jeder Charakter erhält seine eigene Stimme

Erzählstimme

 

Schon mal was von Erzählstimme gehört?

Wie sich ein Charakter verbal und schriftlich ausdrückt bzw. wie er denkt, bezeichnen wir als Erzählstimme. Diese können – und sollten – wir bereits in der jeweiligen Biographie festlegen.

Hinweis: Ändern wir die eine oder andere Figur während des Schreibens, müssen wir selbstverständlich auch dessen Erzählstimme ändern oder wenigstens anpassen. Zum Beispiel wenn Dir der geplante Beruf nicht mehr gefällt oder Du die Umgebung, in der Deine Figur aufgewachsen ist, änderst.

 

Wie also kannst Du die verschiedenen Erzählstimmen auseinanderhalten?

Bildung/Ausbildung/Beruf/Hobby

Reale Menschen drücken sich (oft auch unbewusst) entsprechend ihrer Bildung und/oder ihrer Berufe aus – so auch Deine Figuren.

  • Ein Mediziner oder Anwalt benutzt eher fachliche Ausdrücke.
  • Ein Handwerker wird andere Metaphern/Vergleiche anwenden als eine Studentin oder ein Polizist.
  • Ein Jugendlicher spricht salopper als ein Siebzigjähriger.
Welche Möglichkeiten hast Du noch?
  • Leg‘ Deinem Charakter Worte und Ausdrucksweisen in den Mund, die zu seinen Vorlieben/Abneigungen passen.
  • Schließe immer – wenn vorhanden – seine Hobbies mit ein.
  • Jeweils ein Charakter sollte ein Spaßvogel sein, ein zweiter/dritter langsam oder schnell sprechen, ein vierter wiederum stottert vielleicht.
  • Lass auch mal einen schnell losprusten oder seine Gesprächspartner öfter unterbrechen, als denen lieb ist. Kann schnell zu Spannungen führen – Konflikt.

 

Was sollten wir vermeiden?
  • Zu viel Umgangssprache (die verändert sich schnell).
  • Auch zu viel Dialekt/Mundart kann sich negativ auswirken. Viele Leser mögen das nicht, zumal nicht jeder bestimmte Ausdrucksarten kennt. Ausnahme: Ich möchte die Herkunft des Charakters verdeutlichen, aber auch hier ist weniger mehr – also keine ganzen Sätze.
  • Eine extreme Ausdrucksweise oder Fluchen, auch wenn es durchaus zum Charakter oder der Kategorie passt, zum Beispiel in Krimis oder Western. Und nein, ich meine nicht die Worte Arsch oder Scheiße, sondern die tatsächlich vulgären.

 

Überlege/plane also von Beginn an, wie Deine Charaktere „rüberkommen“ sollen und bleibe dabei konsequent. 

Tipp:

Lege Dir Listen an, in denen Du Wörter/Phrasen/Sätze/passende Metaphern oder Vergleiche sammelst, auf die Du bei Bedarf zurückgreifen kannst.

 

Nach welchen Kriterien gibst Du Deinen Figuren ihre Stimme? Erfindest Du sie (nur) oder hast Du sogar Vorbilder?

 

Bild: Schnappschuss in Manhattan, NYC

Ines Pischel

Ines schreibt unter anderem Krimis, Romanzen und Kurzgeschichten. In ihrem neuen Blog gibt sie (nicht nur) Schreibanfängern praktische und sofort anwendbare Tipps.

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