Ein gutes Buch schreiben kann ein langer Weg sein – Teil eins

dein erstes Buch

 

Wenn Du bereits erste Versuche gestartet oder gar die eine oder andere Kurzgeschichte geschrieben hast, wirst Du wissen, wovon ich spreche; wenn nicht, schnall‘ Dich an, die Fahrt zu einer gut geschriebenen Geschichte wird holprig.

Du hast den Wunsch, nein, ein Bedürfnis: Du musst schreiben. Es juckt in den Fingern, die Stifte sind gespitzt, Papier liegt bereit … aber es passiert nichts.

Weshalb?

Ja, genau. Dir fehlt die Idee, die Du für einen Roman brauchst. Eine gute Idee, die genug Stoff hergibt, um ein längeres Werk auszufüllen. Du willst schließlich kein Langweiler sein, oder?

Wenn Dir das bekannt vorkommt, bist Du nicht allein. Zahlreichen Anfängern ging es so – einschließlich meiner Wenigkeit.

Es war anno 2013, als ich meine erste Idee hatte. Obwohl zunächst nur als Hobby gedacht, nahm mein Schreiberschicksal damit seinen Lauf.

Nebenbei: Dieser erste Versuch wird für immer in der Schublade bleiben. Was ich jedoch nutze, sind Szenen, die ich auf andere Manuskripte verteile.

Sei nicht so stur und halte an ersten Versuchen/Ideen fest, wenn Du merkst, es gelingt nicht. Entwickle neue Ideen und schreibe weiter.

 

Mein erster Krimi-Versuch war am schlimmsten. Das lag nicht zuletzt an meiner Unerfahrenheit und einer mangelnden Vorbereitung. Ich musste ganze Kapitel umschreiben – manchmal nur wegen eines kleinen Fehlers.

Habe ich aufgegeben? Nie. War ich frustriert? Mehr als einmal.

Du wirst das auch erleben, sei es , weil Du Deine ursprüngliche Idee nicht mehr gut findest, sei es aus Zeitmangel oder sonstwas.

Aber Du gibst nicht auf, Du machst weiter. Gut so, denn das ist eine der essentiellen Voraussetzungen für jeden künftigen und erfolgreichen Autor.

Nur der Profi gibt nicht auf.

Es war für mich ein langer Weg bis hierher. Wir haben jetzt 2019. Bei mir liegen inzwischen mehrere Manuskripte und diverse Kurzgeschichten bereit.

Warum ich noch nicht veröffentlicht habe? Ganz einfach, auch ich schüttle mir das nicht aus dem Ärmel. Ich musste erst lernen wie man

  • gute Dialoge schreibt
  • Spannung entstehen lässt
  • Konflikte aufbaut

Ich könnte die Aufzählung erweitern, doch die wichtigsten Punkte sind dabei.

Was mich von zahlreichen Neu-Autoren unterscheidet, ist die Geduld – das Wissen, dass es viele Jahre braucht, um die notwendige Lockerheit zu erreichen, die eine Geschichte gut lesbar macht und nicht holprig und/oder langweilig rüberkommt.

Praxis macht es (fast) perfekt.

Du magst nun einwenden, dass andere nicht so lange brauchten. Klar gibt es die, sieh sie Dir aber an. Die meisten dümpeln auf dem überfüllten Büchermarkt vor sich hin.

Willst Du das?

Du kannst auch auf den großen Gewinn, den einen großen Erfolg hoffen, dann kannst Du aber genauso gut Lotto spielen.

 

Also ran an die Arbeit – wo soll ich beginnen?

Du hast diese Idee. Sie hat sich festgesetzt, hat sich in Dein Hirn gebrannt und Deine Seele beschlagnahmt. Sie lässt Dich nicht mehr vom Haken. Doch damit geht die Arbeit erst richtig los.

Was erwartet Dich?

Einen Roman zu schreiben ist eine große Herausforderung, weil Du viele Dinge gleichzeitig beachten (und lernen) musst. Weißt Du, wie man u. a.

  • Charaktere dreidimensional aufbaut?
  • Szenen in Gleichklang bringt?

Von Recherchen fange ich gar nicht erst an, die sollten selbstverständlich sein.

Du musst auf so vieles achten, an so vieles denken. Du willst ja schließlich ein gutes Buch schreiben.

Falls Du tatsächlich noch am Anfang stehst, gibt es eine Menge zu lernen. Sieh Dir die typischen Anfängerfehler an, um diese von vornherein zu vermeiden. Viele Ideen machen noch keinen Roman

Eine der größten Hürden ist, alles zusammenzuhalten. Um einen Roman als solchen zu bezeichnen, bedarf es u. a. eine bestimmte Länge (ca. 70.000 bis 90.000 Wörter).

Fixiere Deine Idee aber nicht nur darauf, es gibt durchaus Bücher mit lediglich 55.00 bis 60.000 Wörtern und die dennoch gut sind.

Also, schaffst Du es, alles zusammenzufügen? Dass eins auf das andere aufbaut, z. B. die Entwicklung der Figuren oder die Steigerung der Konflikte?

 

Wie lange dauert es bis ich fertig bin?

Fertig wirst Du sein, und nicht zu knapp. Aber Spaß beiseite.

Schreiben ist Arbeit – harte Arbeit. Wenn Dir das nicht bewusst ist oder Du Dich davor scheust, lass‘ es. Ich meine es ernst. Du solltest bereit sein,

  • Dein Telefon abzustellen
  • andere Aktivitäten einzuschränken
  • Freunde evt. seltener zu treffen (schließe Dich aber nicht ganz aus)
  • Dich wenigstens zwei Stunden täglich dem Schreiben zu widmen

Zu Punkt vier noch eine Ergänzung. Du wirst oft lesen und/oder hören: Schreibe jeden Tag. Nun fragst Du Dich mit Recht, ob Du das tatsächlich musst.

Nein, müssen tust Du erstmal gar nichts. Jeden Tag schreiben wird nicht immer möglich sein, erst recht nicht bei einem Vollzeit Job. Einige mögen mir widersprechen, das ist in Ordnung, aber sie sagen Dir nicht, was für „Zeug“ am Ende dabei rauskommt.

Was jedoch in Fleisch und Blut übergehen sollte, ist, einen Plan zu erstellen – täglich, wöchentlich oder gar langfristig. Du kennst Dich am besten, Du weißt, wann Du am produktivsten bist. Lass genug Luft nach oben und vergiss die Familie nicht.

Geißel Dich nicht selber und setzte Dich um Himmels willen nie unter Druck. Das endet schlimmstenfalls in einer Blockade.

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Falls ich Dich bis hierher noch nicht abgeschreckt habe, lies den zweiten Teil.

 

Titelbild: Schnappschuss in San Francisco

 

 

Ines Pischel

Ines schreibt unter anderem Krimis, Romanzen und Kurzgeschichten. In ihrem neuen Blog gibt sie (nicht nur) Schreibanfängern praktische und sofort anwendbare Tipps.

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