Kurzgeschichte, Novelle, Roman – Was unterscheidet diese?

das richtige buchformat

 

 

Es sollte offensichtlich sein: Eine Kurzgeschichte ist kurz (bestehend aus einem Kapitel), eine Novelle ist mittel (mitunter wenige Kapitel), ein Roman ist lang (selbsterklärend mehrere Kapitel).

Hmm, erstmal richtig, aber wie kurz bzw. lang? Und gibt es da nicht noch mehr? Klar doch.

Ich zähle hier nur stichpunktartig die Wesensmerkmale auf, so hast Du einen besseren Überblick, und na ja, viel zu sagen gibt’s ja eigentlich nicht.

Die Kurzgeschichte

  • Kann von 1.000 bis 6.000 Wörtern variieren. Eine gute Länge wäre 3.000 bis 4.000 Wörter.
  • Hat sehr wenige Charaktere, manchmal sogar nur einen.
  • Hat einen eindeutigen Kurs.
  • Hat grundsätzlich nur einen Handlungsstrang.
  • Kann/darf ein offenes Ende haben.

Die Novelle

  • Kann zwischen 17.000 bis sogar 40.000 Wörter haben.
  • Lässt mehr Spielraum für das Setting und die Figuren.
  • Beinhaltet auch wenig Charaktere, zwei bis vier (je nach Inhalt/Genre).
  • Beschreibungen halten sich (noch) in Grenzen.
  • Könnte als Sprungbrett für ein Epos oder als Pilotgeschichte einer Reihe genutzt werden.

Der Roman

  • Geht bereits ab 40.000/50.000 Wörtern los, die meisten sind allerdings länger (ca. 70.000 bis 90.000 Wörter).
  • Beinhaltet ein umfangreiches Setting sowie ausführliche Beschreibungen der Figuren.
  • Hat durchaus mehrere Charaktere (einschließlich Statisten, wenn notwendig).
  • Hat oft zwei (oder mehr) Handlungsstränge – ist aber kein Muss.

 

Ist das alles?

Nein, selbstverständlich nicht. Ich bin hier nur auf die gebräuchlichsten Formen eingegangen. Ergänzend zu unseren dreien da oben gibt es noch:

  • Die sehr kurzen Geschichten, zu denen alles zählt, was unter 1.000 Wörtern ist. Einige haben sogar nur 200 bis 300. Ansonsten entsprechen sie den Merkmalen der Kurzgeschichte.
  • Der Kurzroman ist eine Mischung zwischen Kurzgeschichte und Novelle, d. h., entweder für das eine zu lang oder für das andere zu kurz. Ein Kurzroman bietet sich prima an, sich seinen zukünftigen Lesern bekannt zu machen oder seinen bereits bestehenden Leserkreis eine kommende Serie/Reihe anzukündigen.
    Der Kurzroman sollte wie eine Novelle geschrieben werden.
  • Der epische Roman ist enorm in seiner Länge. Wir kennen Werke von ∅ 1.000 Seiten. Eine Wörteranzahl kann ich nicht nennen, ich mag mir das gar nicht vorstellen.
    Wenn Du bereit für so ein Monster bist, brauchst Du keine Schreibtipps mehr.

 

Fazit:

Auch wenn das alles wieder einmal nach strengen Regeln riecht, mach‘ Dich nicht verrückt; Du kannst sie jederzeit beugen. Wenn Deine Geschichten gut geschrieben und unterhaltsam sind, werden sie den Lesern gefallen – so oder so.

 

 

Titelbild: Schnappschuss in Disneyland (Minnie’s kitchen)

Ines Pischel

Ines schreibt unter anderem Krimis, Romanzen und Kurzgeschichten. In ihrem neuen Blog gibt sie (nicht nur) Schreibanfängern praktische und sofort anwendbare Tipps.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.