Ein gutes Buch schreiben kann ein langer Weg sein – Teil zwei

dein erster roman

 

Ich habe mich verrannt und die Lust verloren

Siehste, das kommt davon.

Du hast Fehler gemacht, sei es, an der falschen Idee festgehalten, sei es, notwendige Recherchen nicht gemacht oder, oder, oder.

Weißt Du was? Das ist normal – nicht nur für den Anfänger.

Habe ich erwähnt, dass Schreiben harte Arbeit ist? Ja, nicht wahr? Das war bitterernst gemeint.

Daran scheitern viele Erst-Autoren. Ihnen ist das nicht bewusst. Sie geben auf, weil es einfach nicht vorangeht. Ihnen gehen die Ideen aus oder sie sind zu frustriert und lassen ihre Selbstzweifel gewinnen.

Du tust das nicht.

Du schreibst weiter. Du bist intelligent und lernst aus Deinen Fehlern. Das wird Dich letztendlich von den erfolglosen Autoren unterscheiden.

Erinnerst Du Dich, was ich über meinen ersten Krimi schrieb? Ich habe so viele Fehler gemacht. Inzwischen ist der erste fertig, der zweite in Vorbereitung (für zwei weitere Teile stehen die Ideen).

Weißt Du, wieso es voranging? Du ahnst es, nicht wahr?

Ich habe nicht aufgegeben.

Erst wenn gar nichts mehr geht, weil Du vielleicht die falsche Kategorie gewählt hast oder Du Deine Idee nun doch plötzlich Scheiße findest, gönnst Du Dir eine Auszeit.

Plane dennoch weiter. Analysiere, was Dir das Weiterschreiben vermiest. Leg‘ Deine Idee auf Eis, vielleicht kannst Du (später) immer noch was daraus machen, wenn Du mehr Schreiberfahrung gesammelt hast.

 

ENDE – Hurra, ich hab’s geschafft

Dein Roman ist endlich fertig. Gratulation, sei stolz.

Und was jetzt? Veröffentlichen?

Nein, noch nicht.

Ach, Menno, warum das?

Sei nicht so ignorant – oder gar arrogant – zu glauben, Dein Roman ist reif genug, ihn einem breitgefächertem Publikum anzubieten. Selbstüberschätzung und Ungeduld hat nicht wenigen Autoren viele (Erst)Leser gekostet.

Vergiss nie, dass es Dein erster Roman ist, Dein erster Ausflug in die unendlichen Weiten des Buchmarktes. Anspruchsvolle Leser werden Dich mit Haut und Haaren verschlingen und als Knäuel ausspucken – aka rezensieren.

Auch wenn Du selber erstmal zufrieden bist und Du weitgehend positives Feedback Deiner Testleser erhalten hast, halte Dich zurück.

Du hast als neuer Autor nur eine erste Chance.

Verbaue Dir das nicht. Zeige Reife und die Einsicht, dass Du (noch) gar nicht so weit sein kannst.

Es ist Dein erster Roman. Dem werden sicherlich noch viele folgen. Lerne das Schreiben und praktiziere. Du wirst bald feststellen, dass Du Dich entwickelst, dann sieh Dir Deinen ersten Roman nochmal an.

Merkst Du was?

Wenn Du dennoch der Meinung bist, Dein Werk sei reif für den Markt, dann bitte. Das ist in Ordnung – Du weißt es am besten (hoffe ich).

Ich wünsche Dir auf jeden Fall Erfolg und viele zufriedene Leser, die Dein nächstes Buch kaum erwarten können.

 

Hast Du nicht auch das eine oder andere Mal beim lesen eines Buches gedacht, dieser Autor hätte mehr tun können? Erzähl‘ mal und nenne ruhig ein paar Beispiele. Oder bist Du ganz und gar anderer Meinung?

 

 

Titelbild: Schnappschuss in San Francisco

Ines Pischel

Ines schreibt unter anderem Krimis, Romanzen und Kurzgeschichten. In ihrem neuen Blog gibt sie (nicht nur) Schreibanfängern praktische und sofort anwendbare Tipps.

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