Wenn die Birne plötzlich dichtmacht

Schreibblockade

 

 

Ein Gespenst geht um, und es hat viele Namen

Mal nennt es sich Selbstzweifel, mal nennt es sich Depression. Ein anderes Mal stellt es sich als Perfektion oder als Stress vor. Aber welches Deckmäntelchen es auch trägt, darunter kommt immer eines zum Vorschein:

Die Blockade

Es gibt selbst unter Autorenkollegen die Meinung, so etwas – in diesem Fall die Schreibblockade – gäbe es nicht. Das sei eine Ausrede der Amateure, und obwohl ich inzwischen Wege und Mittel gefunden habe, besser damit umzugehen, finde ich diese Behauptung etwas … überheblich.

Jeder Mensch ist anders, so auch dessen Psyche. Daraus resultieren logischerweise seine Blockaden, die letztendlich zu diesen berühmt-berüchtigten Schreibblockaden führen.

 

Die Schreibblockade – Ein Teufelskreis

Niemand wird bestreiten, dass Schreiben, vor allem gut Schreiben harte Arbeit ist. Dennoch willst Du vorankommen und auch mal fertig werden. Du setzt Dich folgerichtig unter Druck und tja …

Selbstzweifel sind normal, doch lässt Du sie zu, vergiften sie Deine Kreativität. Was also tun, wenn es doch mal hakt? Hier hab‘ ich einige Tipps:

  • Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Soll heißen, mache eine Pause, sobald es mal richtig flutscht. Du findest sofort Deinen Faden wieder und gehst umso enthusiastischer an die Arbeit.
  • Gönne Dir einen Tee, einen Kaffee, ein Stück Schokolade oder – schlimmstenfalls – eine Zigarette, aber mach‘ ein Päuschen.
  • Die Hausarbeit sitzt Dir im Nacken? Lege Deine Lieblingsmusik ein und erledige das zwischendurch. Bei mir zum Beispiel wirkt Leonard Cohen Wunder.
  • Setze Dich nicht unter Zeit- und/oder Erfolgsdruck – das Ergebnis kann verheerend sein.
  • Lasse Fehler beim Entwerfen zu und scheue Dich nicht, evt. alles umzuschreiben.
  • Falls Du bereits mehr als ein Manuskript hast, krall‘ Dich nicht an dem einen fest, das Dir eh schon Kopfschmerzen bereitet.

 

Was könntest Du noch tun?
  • Hast Du noch andere Interessen? Gut. Was hindert Dich daran, denen nachzugehen?
  • Wann hast Du das letzte Mal Deine Familie oder Deine Freunde gesehen? Ja, siehste.
  • Meide Nein-Sager (Du sollst ja positiv denken).
  • Lege Dir ein Tagebuch an, denn manchmal muss man erst (s)einen Rhythmus finden. Schreibe auf, wann/zu welchen Zeiten Du produktiv bist.
  • Lies Deinen Entwurf nach Pausen erneut durch. Davon abgesehen, dass es bei Überarbeitungen eh unerlässlich ist, findest Du vielleicht dadurch die Ursache für Deinen „Durchhänger“.

 

Fazit:

Mir haben einige der oben genannten Punkte oft geholfen, und ich bin ein gutes Stück weiter. Was immer Deine Cup of Tea ist, probiere Dich aus. Du entscheidest.

 

Wann ist Deine Birne zu? Was hilft Dir bei diesem Schreckgespenst?

 

Bild: Yosemite National Park (SF/CA)

Ines Pischel

Ines schreibt unter anderem Krimis, Romanzen und Kurzgeschichten. In ihrem neuen Blog gibt sie (nicht nur) Schreibanfängern praktische und sofort anwendbare Tipps.

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